Informationen

Hier finden Sie reichhaltig weiterführende Informationen zur problematischen Entwicklung des Holzeinschlags in Deutschland: von Wissenschaftlern, vom BFW Forsttechnik, vom BUND, von Seiten der Bundesregierung.

1. Aufsätze zur Problematik der Bodenverdichtung:

1.1  „Forsttechnik unter Druck“: Ein mehrjährige Untersuchung zum Einfluss des Gewichts der Maschinen auf den Boden bei der Holzernte. Von Dietmar Matthias, Professor am Lehrstuhl für Forstliche Arbeitswissenschaft und Angewandte Informatik im Departement für Ökologie und Ökosystemmanagement des Wissenschaftszentrums Weihenstephan (TU München).

Ein Zitat: „Dringend benötigt die mechanisierte Forstwirtschaft ein Umdenken. Die Maschinengewichte müssen sinken, sonst wird die Akzeptanz in der Bevölkerung verloren gehen. Schließlich sollte die Forsttechnik im Dienste der Nachhaltigkeit stehen“.

Hier das Dokument:

Forsttechnik unter Druck_matthies

1.2  „Boden unter Druck – Sind Bodenschutzziele und Holzernte vereinbar?“ Ein Vortrag von Nikolaus Nemestothy, BFW Forsttechnik. Hier wird u.a. deutlich, dass schwere Maschinen zwar die Erntekosten reduzieren, die Schäden im Boden jedoch Jahrzehnte nachwirken. Die Folgen der Bodenverdichtung werden sehr anschaulich analysiert und in Bildern dargestellt.

Bodenschutz-nemestothy

1.3  Ein sehr aufschlussreicher Wald-Brief des BUND Helmstedt zur Zerstörung des Waldbodens durch Holzerntetechniken in Niedersachsen, der auch die rechtliche Problematik der Verantwortung deutlich anspricht:

Wald-Brief_03_2010

1.4  Ein Projekt der Deutschen Umweltstiftung zur Bodenverdichtung bei der Holzernte kommt zu dem Ergebnis, dass „durch eine Befahrung der Waldfläche in Rückegassen der positive Effekt auf den Treibhauseffekt, nämlich die (…) Festlegung von atmosphärischem CO2 im Holz, durch die Emission von N2O z. T. aufgehoben wird.“ Hier das Projektkennblatt:

A-12603

1.5  Harte Technik, Sanfte Sprüche: In seinem Beitrag deckt Wilhelm Bode die Methode der Landesforstbetriebe auf, die Zerstörung des Waldes mit dem brutalen Einsatz von Großmaschinen schön zu reden, um auf diese Weise dem Bürger, dem der Wald gehört, die schweren Schäden die hierdurch ausgelöst werden, zu verschweigen. Er stellt die Frage, ob Forstverwaltungen im Staatswald überhaupt noch gebraucht werden.

Harte Technik auf den Seiten von bund.net.

1.6  Deutsche Wälder als Klimaretter? Herr Panek macht in seinem Beitrag deutlich,  dass der verstärkte Holzeinschlag die CO2-Senken durch Vorratsabbau drastisch reduziert und damit auch die „biologische Nachhaltigkeit“ in unseren deutschen Wäldern ernsthaft bedroht. Der Wald … (wir meinen den SCHÖNBUCH)soll  seiner Aufgabe als ökologischer Regenerationsraum für Menschen, Pflanzen und Tiere nachkommen können.

Hintergrund 6 (pdf)

2. Informationen der Bundesregierung:

2.1  „Mehr Holz aus Deutschen Wäldern“ – Die „Charta für mehr Holz“ der Bundesregierung -Ein Zwischenbericht. Interessante Erkenntnis: Ein Großteil des jährlichen Zuwachses an Holzeinschlag wandert in den Export:

vti-ChartaHolz

Quelle: BMELV

2.2  Der Holzmarktbericht des BMELV 2011: Für Baden-Württemberg wird auf Seite 7 ein Zuwachs des Holzeinschlags von 18,7% gegenüber 2010 ausgewiesen…

Holzmarktbericht-2011

Quelle: BMELV

3  Zur Rechtswirksamkeit von FFH-Gebieten

Der Autor Norbert Panek macht in Kürze auf die fehlenden verwaltungsrechtlichen Pflichten in Form von Schutzanweisungen aufmerksam.

Zur Rechtswirksamkeit von FFH-Gebieten

3.1  Rechtliche Beurteilung von Bodenschäden in der Forstwirtschaft 

In seinem Beitrag weist der Autor Stefan Wagner auf die fehlenden bodenschutzrechtliche Aspekte zur Beurteilung von Bodenschäden im Waldgesetz für Bayern hin. Kriterien zur Beurteilung der Bodenschäden im Schönbuch sind im Waldrecht für Baden-Württemberg bislang eben so wenig festgeschrieben. Dies ist zum Schutz der Waldböden im Allgemeinen und für den Schutz der Böden des Schönbuchs im Besonderen dringend notwendig. Die Landesregierung kann zur Vermeidung der Schäden ein solches Gesetz beschließen.

http://www.lwf.bayern.de/veroeffentlichungen/lwf-aktuell/67/a67-10_wagner.pdf

3.2. Waldgesetz Baden- Württemberg (LWaldG), §14

in § 14 des Landeswaldgesetzes wird die pflegliche Bewirtschaftung des Waldes geregelt:

http://www.landesrecht-bw.de/jportal/?quelle=jlink&docid=jlr-WaldGBWpP14&psml=bsbawueprod.psml&max=true

 

2 Gedanken zu „Informationen

  1. Komplex das Thema, differenziert zu betrachten.

    Warum wird selten dargestellt, dass früher im Wald flächig befahren wurde und heute auf Rückegassen in BW und damit auch im Schönbuch i. d. R. Abstände von 40m gelten? Aus Gründen des Bodenschutzes, für das Wohl von 90% der Waldfläche!! Und wenn dann mehr Holz auf einer Spur rauskommt, ist die Belastung logischerweise höher.

    Wer genau hinschaut, der hat gemerkt, dass in diesem Winter im Schönbuch nicht einen Tag der Boden ausreichend gefroren war und es wesentlich nässer zuging als die vielen Jahre zuvor?

    Ja, und was sagen nun eigentlich die Förster dazu? Begegnen wir hier Ignoranten oder vielleicht doch solchen, die versuchen zig Zielkonflikte zu beachten und den Wald eben doch bestmöglich zu bewirtschaften und zu schützen?

    Abschließend noch eine Randnotiz: In etlichen Tümpeln der Rückegassen werden sich übrigens in ein-zwei Jahren schützenswerte Gelbbauchunken tummeln.

  2. Ich habe 1999 in der Teufelsklinge bei Rübgarten ein 200 m langes Straßenstück freigelegt, das ursprünglich vom Neckartal bis zum heutigen Rübgarter Sportplatz reichte. Da diese Straße schon 1240 urkundlich erwähnt wurde und in der Zeit zwischen dem Abzug der Römer aus Südwestdeutschland und dem Jahr 1772 nachweislich keine Steinstraßen im Württemberg gebaut wurden, können nur die Römer Erbauer dieser Straße sein, die Teil der römischen Consularstraße zwischen Rottenburg und Köngen war und wegen der Unwegsamkeit des Neckartals nach Pliezhausen im rechten Winkel bei der Wildenau durch die Teufelsklinge abbog und auf der Höhe über Rübgarten-Pliezhausen nach Neckartenzlingen zog.

    Dieses Straßenstück ist in den vergangenen Jahren durch den Einsatz schwerer Maschinen zur Baumfällung schwer beschädigt worden. Sie ist teilweise schon in den Boden gedrückt worden und wird bei weiterer Belastung schließlich auf diese Weise ganz verschwinden. Damit verlieren wir ein einzigartiges Kulturgut. Die Straße steht zwar unter Veränderungsschutz , der offensichtlich aber nicht beachtet wird. Das Denkmalsamt zeigt sich desinteressiert und billigt dem Straßenstück lediglich das Prädikat „Historische Straße“ zu. Hier liegt es aber auf der Hand, dass diese Straße nur erhalten werden kann, wenn auf den Einsatz moderner Holzernter verzichtet wird.

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