Zustandsbericht Eichenfirst, April 2015

Liebe Schönbuchfreunde,

an Weihnachten 2013 gab es den letzten Zustandsbericht zur Lage im Wald am Eichenfirst bei Pfrondorf.

Damals kündigten wir an, die Folgen des massiven Hiebs vom Winter 2012/13 – von Seiten des Forsts als normale Erntemaßnahme, als „Generationenwechsel“ oder auch „Naturverjüngung“ bezeichnet – weiter zu verfolgen. Erinnern wir uns: ¾ des Altbestandes an Bäumen (über 1200 Stämme) wurden damals in der betroffenen Waldparzelle gefällt. Die verheerende Optik dieses Hiebs im Winter 2012/13 war Anlass für Berichte im Schwäbischen Tagblatt und für die Gründung unserer Initiative im April 2013; im Anschluss gab es einen Vorort-Termin mit dem Revierförster und der Forstverwaltung. Uns wurde damals in Aussicht gestellt, dass sich der Wald in wenigen Jahren erholen würde. Der Revierförster forderte uns optimistisch auf, die weitere Entwicklung zu beobachten und zu dokumentieren. Diesem Anliegen kommen wir gerne nach. Betrachten wir, was sich seither dort getan hat:

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„Generationenwechsel“ am Eichenfirst: Abweichungen vom Leitbild

Liebe Naturparkfreunde,

die optisch verheerende Holzernte am Eichenfirst bei Pfrondorf letzten Winter war einer der Anlässe, weshalb wir diese Webdomain ins Leben riefen. Über 1.100 Bäume von 120 und mehr Jahren an Lebensalter  (3/4 des Altbestandes), überwiegend Buchen, wurden damals dort geerntet. Der hinterlassenen Optik widmete das Schwäbische Tagblatt bereits im April 2013 einen Artikel mit Bild.

Wir verfolgen die Entwicklung dieses Waldabschnittes weiter.

Der Eichenfirst sieht, Stand 23.12.2013, weiterhin ausgelichtet aus wie nach einem Sturm. Schattenspendende Kronen alter Bäume fehlen auf weiter Strecke, niedrigere Bäume finden keinen Halt mangels starker Stämme.

Ein aktuelles „Leitbild“ des Ministeriums für „Buchen-Laubbaum-Mischwald“ sieht im Entwurf Anderes vor:

„Das Kronendach starker und geradschaftiger Buchen wird in unregelmäßigem Muster von Gruppen jüngerer Buchen und anderer Laub- und teilweise Nadelbäume aufgelockert. Im Schatten der herrschenden Bäume wachsen niedrigere Buchen und Hainbuchen, deren Äste die höher ragenden Stämme ummanteln. Auf lichten Partien hat sich bereits wieder Jungwuchs der Buche und anderer Laubbaumarten eingestellt. Örtlich stehen Gruppen besonders alter und starker Bäume, von denen einige bereits ganz oder teilweise abgestorben sind. Auf diesen finden zahlreiche Pflanzen- und Tierarten einen Lebensraum.“

Vielleicht fragen Sie sich auch: Widerspricht ein „Generationenwechsel“, wie er am Eichenfirst durchgeführt wurde, nicht grundsätzlich diesem Leitbild waldbaulicher Behandlungskonzepte, wie es das Ministerium vorsieht?

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