Hinweis zu einem Artikel im Schwäbischen Tagblatt vom 3.3.2015

In der heutigen Ausgabe des Schwäbischen Tagblatts finden Sie den Artikel „Waldschützer klagen Staatsförster wegen ihrer Wirtschaftsweise an“.

Die Online-Version finden Sie aktuell hier:

http://www.tagblatt.de/Home/nachrichten/tuebingen_artikel,-Waldkritiker-klagen-Staatsfoerster-wegen-ihrer-Wirtschaftsweise-an-_arid,293401.html

Die Gruppe „Waldkritik“, die der Artikel vorstellt, verfolgt grundsätzlich ähnliche Ziele, wie wir sie bereits seit 2013 formuliert haben. Wir sehen in dem Artikel insgesamt wenig Neues.

Leider nimmt der Artikel kaum Bezug auf den bisherigen Stand der Debatte, die wir seit 2013 angestoßen haben. Das Thema Bodenschäden wurde bereits 2014 intensiv diskutiert. Es gab und gibt noch weitere Aspekte, die wir kritisch sehen:

– Bei der Feinerschließung zur Waldbewirtschaftung wird entgegen anders lautender Versprechungen weiterhin keine Rücksicht auf bestehende kleine Waldwege genommen. Offenbar gilt: Rückegassen haben Vorrang vor den Interessen der Bevölkerung.

Was uns insbesondere fehlt, ist ein offener Hinweis darauf, dass die Änderungen bei der Maschinenwahl hin zu zunehmend großen Fahrzeugen aktuell weitere Nebeneffekte haben:

– Die bestehenden Schneisen der Waldwege und die Wege selbst werden im Zuge der Erntemaßnahmen meist verbreitert. Ein Thema, das den Waldbesuchern durchaus auffällt, bisher aber nicht offen debattiert wird.

– Die Rückegassen werden mittlerweile systematisch mit hässlichen Wackersteinen aufgefüllt. Ein weithin sichtbares Beispiel dazu kann man aktuell von der Straße aus sehen, die von der B27-Ausfahrt Kirchentellinsfurt aus nach Pfrondorf führt, am Hang gegenüber dem Wasserkraftwerk.

– Die bodenschonenden kleinen Raupen bzw. „eisernen Pferde“ wurden bereits für 2014 angekündigt und bei der Info-Veranstaltung vor einem Jahr vorgeführt. Wo sind sie seither verblieben?

– Im Zuge der Diskussion 2014 im Haus der Abgeordneten in Stuttgart wurde seitens der Politik wie auch der Forstverwaltung angedeutet, dass es gemäß Vorgaben der Bundesregierung gute Möglichkeiten gibt, in den nächsten Jahren gezielt weitere Waldflächen in BW aus der Bewirtschaftung zu nehmen. Wir fragen uns, wieso dieses Thema seither insgesamt und speziell für den Naturpark Schönbuch, Wald des Jahres 2014, nicht weiter verfolgt wird. Offenbar hat die Ökonomie Vorrang?

Der Vielfalt eines natürlich wachsenden Waldes steht leider weiterhin der immergleiche Eindruck heftiger Erntemaßnahmen entgegen. Aus unserer Sicht wäre viel gewonnen, zumindest Teile des Schönbuchs aus der weiterhin nur sehr bedingt „naturnah“ oder „nachhaltig“ ablaufenden Bewirtschaftung herauszunehmen.

 

3 Gedanken zu „Hinweis zu einem Artikel im Schwäbischen Tagblatt vom 3.3.2015

  1. Sehr gehrter Herr Fink,
    naturgemäß bleibt bei solchen Zeitungsartikeln manches, das man mit Verve vorgetragen hat, auf der Strecke, das wirklich schlimme liegt in Ihrem Satz begraben: „Wir sehen in dem Artikel insgesamt wenig Neues.“ Gerade weil es so ist, daß sich nichts ändern, daß es in der Debatte wenig NEUES gibt, ist das eigentlich Frustrierende. Inhaltlich kann ich den von Ihnen aufgelisteten Punkten nur zustimmen. Das der „bisherige Stand der Debatte“ im Artikel nicht thematisiert wurde, liegt ganz sicher nicht an unserer Initiative sondern an der Entscheidungsfreiheit des schreibenden Redakteurs.
    Es ist grundsätzlich immer sinnvoll, der Natur, hier dem Wald und seinem Boden immer wieder eine Stimme in der Presse zu verschaffen, egal wie …

  2. Warum setzt man auf das Eiserne Pferd und lässt das Rückepferd welches sich über Jahrhunderte bewährt hat außer acht?
    ForstBW hat sogar eine Förderung von 2€ pro mit Pferden vorgeliefertem Festmeter Holz bereitgestellt. Zeit für Umdenken vor Ort?!

    C.Rempp

    • Hallo Herr Rempp,

      das sehe ich genau wie Sie. Man kommt leider immer wieder auf den Punkt, dass offenbar die kurzfristig betrachtet „wirtschaftlich“ günstigste Variante sich durchsetzt – und das Wort „Nachhaltigkeit“ wird dann als Feigenblatt vorgehalten.
      Wir setzen uns weiterhin für die Rückepferde ein, wo immer sie einsetzbar sind, da sie die mit Abstand naturnahste Variante des Rückens darstellen.

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