Begehung am 1. März 2014

Am 1. März 2014 war Andreas Thiel, freier Forstingenieur aus Heiligenberg / Bodenseekreis, mit uns im Schönbuch unterwegs. Zu Fuß begingen wir zunächst im kleinen Kreis den Hägnach im Tübinger Stadtwald und einige aktuelle Erntestellen im Bereich Kirnberg.

Herr Thiel war auf unsere Initiative durch den Landesschau-Bericht im SWR-Fernsehen aufmerksam geworden. Er ist im Bodenseeraum als freier Förster im Kleinprivatwald tätig und setzt konsequent auf werterhaltende, schonende und gewinnbringende Erntemethoden.

Die begangenen Bereiche, insbesondere die heftigen Erntespuren auf einem Maschinenweg und in den Rückegassen am Ende des Hauffswegs, führten zu vielen fachlichen Fragen, die wir ab 13 Uhr mit den Herren Ruff, Ammerbucher Revierförster, sowie Graf Bülow von der Tübinger Forstdirektion, in der Ammerbucher Rückegasse zwei Stunden lang andiskutierten.

Es waren sich Alle einig, dass die Erntespuren in dieser Saison an vielen Stellen nicht annähernd dem gewünschten Bild entsprechen. Die sichtbaren Fortschritte der inzwischen teils eingesetzten schweren Bänder-Maschinen, was die geringere Spurentiefe beim Rücken in den Gassen anbelangt, werden durch starke Schäden auf den Wanderwegen relativiert. Die Sanierung der Wege wird Zeit und Kosten beanspruchen, die Wege sind bis dahin für Wanderer praktisch kaum begehbar. Zusätzlich wirft die notwendige Verbreiterung der Rückegassen für schwere Maschinen sowie das Auffüllen der Gassenanfänge mit Wackersteinen Fragen auf.

Beim aktuellen Stand der Technik Antworten zu finden ist nicht leicht.

Graf Bülow nahm die Anregungen von Herrn Thiel zu möglichen differenzierteren Rückemethoden, zum Einsatz von Pferden in sensiblen Bereichen und zu gebrochenen Transporten (Umladen auf leichteres Gefährt) sehr interessiert auf.

Auch unsere Bitte, schmale Waldpfade nicht weiter als Rückegassen auszubauen, fand Anklang. Graf Bülow blickte hier durchaus kritisch auf die bisherige Praxis zurück.

Wir danken Herrn Thiel für sein Interesse und seine Anregungen und allen Beteiligten, dass sie sich am Wochenende Zeit für diese konstruktive Diskussion nahmen.

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