Schreiben an die Bürgermeister, Stadt-und Gemeinderäte der Schönbuchanliegergemeinden

Die Initiative hat sich in den letzten Wochen mit einem Schreiben an die Anliegergemeinden des Schönbuchs gewandt. Sie hat die Bürgermeister, die Stadt-und Gemeinderäte auf die schweren Bodenschäden angesprochen und hat Antwort aus vielen Ortschaften erhalten. Der Ältestenrat der Stadt Herrenberg wird sich mit dem Sachverhalt ausführlich auseinandersetzen. Auch im Ammerbucher Gemeinderat wurde der Sachverhalt zur Sprache gebracht. Bemerkenswert ist dabei die Position des Gemeinderates Herr Höckh. Er mahnt Nachhaltigkeit an, während Bürgermeister, Herr von Ow, selbst Forstingenieur, Schäden für unabwendbar hält und so die besonders schweren Bodenschäden in den Waldabschnitten des Kayher Strässle, im Gemeindewald Ammerbuch nachträglich billigt. Ein Kollege hat diese als Grenzüberschreitung gedeutet. Der Bürger ermahnt den Forstmann dazu, die Grundsätze guter fachlicher Praxis einzuhalten. Das ist bemerkenswert! Herr von Ow sieht eine Einbeziehung geeigneter Witterung in die Planung, um die Schäden gering zu halten, als «illusorisch» an. Aus seiner Sicht scheint es offenbar nicht einmal einen Versuch wert, naturnäher zu planen. Ist der Forstmann Gegner seines Waldes geworden? Ist naturschädigend erwirtschaftetes Geld wichtiger als ein auch für künftige Generationen intakter Lebensraum mit vielfältigen Lebensmustern?

In den Zuschriften, die wir erhalten haben, äußern sich die Gemeindeverantwortlichen anteilnehmend und besorgt über die Lage im Wald. Für manche ist es schwierig, die Sachlage einzuschätzen. Sie glauben aus Unsicherheit an die Arbeitsweise und die Haltung der ihnen persönlich bekannten Förster. Die Verantwortung wird weiter gereicht… es wird schon recht sein. Dass die Forstverwaltung mit ihren Direktiven die Förster unter Druck setzt, um schwarze Zahlen schreiben zu können, wird verdrängt, auch wenn dabei die selbstverkündeten Nachhaltigkeitsgrundsätze und die schönen Bilder unter die Räder der Maschinen geraten.

Es gibt einen Bürgermeister, der eine Lanze für die Unfehlbarkeit der Verwaltung brechen will. Eigens dazu hat der örtliche Chef der Forstverwaltung eine Argumentationshilfe verfasst, die der Bürgermeister direkt an uns weiterreicht – in Amtshilfe, schnell und unbürokratisch. Dass im Forst, selbst unter Forstleuten, bereits laut von Fehlentwicklungen gesprochen wird, muss dem Muster der Hierarchie folgend wohl dringend verschwiegen werden. Der Tross bleibt in stereotyper Bewegung, angeordnet von oben, ein Einwand wird nicht geduldet.

Einen anderen Gemeindevorstand frage ich, ob er damit einverstanden sei, dass wir seine Antwort mit dem Hinweis, alles sei in bester Ordnung, auf unsere Webseite stellen. Das Briefpapier der Gemeinde trägt seine Unterschrift, das Amt ist öffentlich, nur genannt möchte er nicht werden. Im Artikel des Gäuboten äußert Herr Kratzer, es seien ihm keine Beschwerden zu Ohren gekommen… Wundert’s?

Eine Frau schreibt, sie und ihre Fraktion werde nicht nachlassen, sich für den Schönbuch und eine schonende Waldbewirtschaftung einzusetzen. Sie berichtet von konkreten Überlegungen und Vorschlägen und von dem Unbehagen, welches im Umfeld mit den Vorschlägen und Überlegungen einhergeht. Die Erfahrung, die sie macht und von der sie kurz berichtet, teilt sie mit einer Reihe von Kollegen aus anderen Schönbuchgemeinden. Menschen, auf Fehler und Irrtümer angesprochen, können zunächst sehr unduldsam sein. Wir glauben aber fest, dass das Unbehagen überwunden werden kann. Der Schönbuch ist es wert! Ist er doch Waldgebiet des Jahres 2014.

Ein Bürgermeister fragt wie er helfen kann? Unsere Antwort ist: ein jeder kann auf seine Weise die Wertschätzung des Schönbuchs sichtbar werden lassen. Ein Bekenntnis zur Mitverantwortung für den Wald ist beispielgebend und mündet, so hoffen wir, in Fürsorge ein. Waldböden sind die Grundlage für die Forstwirtschaft.

Wir haben das Ziel gefasst, dass der Landtag sich mit der Waldbewirtschaftung im Schönbuch und in Baden-Württemberg auseinandersetzen möge. Dies wollen wir erreichen. Die Presse berichtet. Der Gäubote in Herrenberg hat damit begonnen. Es folgt ein Bericht bei der Böblinger Zeitung, ein Interview beim SWR.

Bei der Verteilung der Handzettel in Geschäften und auf Parkplätzen sind wir mit Bürgern, Besuchern und Schönbuchliebhabern ins Gespräch gekommen. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass das Anliegen der Initiativgruppe auf die Schäden aufmerksam zu machen auf sehr viel Zuspruch stößt. Die Menschen lehnen die aggressiven Bewirtschaftungsmethoden ab. Sie wollen den Schutz des Waldes. Die Waldbewirtschaftung wird sich deshalb ändern müssen. Staatswald und Gemeindewald sind Bürgerwald! Ein unter Waldbesuchern und Schönbuchliebhabern empfundenes Fürsorgebedürfnis hat einen Rahmen gefunden und einen Namen erhalten:

Schützt den Schönbuch!

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