Zur Auszeichnung des Schönbuchs-Waldgebiet des Jahres 2014

Der Schönbuch ist Waldgebiet des Jahres 2014. Deshalb wird er in den Berichten ins Blickfeld einer breiten Öffentlichkeit gerückt. Diese Tatsache wird gerne zur Kommentierung verwendet. Herr Minister Bonde sagt, …„alle Bereich der Nachhaltigkeit – soziale, ökologische und ökonomische Aspekte werden hier vorbildhaft umgesetzt“; und der Geschäftsführer von Forst BW Herr Reger folgert,… „ die Auszeichnung ist eine Bestätigung für unsere Arbeit und Herausforderung für die Zukunft.“

Im Wald selber wird mit brachialem Maschineneinsatz die Aneignung von Holz fortgeführt. Dazu die nachfolgenden Bilder, aufgenommen im südlichen Schönbuch, Pfäffinger Bannwald, Oktober 2013.

Waldgebiet2014 Waldgebiet2014 Waldgebiet2014

Auch der Nichtfachmann kann wissen, dass die gegenwärtig praktizierte Waldwirtschaft den Wald schwer und auf lange Dauer schädigt. Wenn alle 25 m eine Rückegasse von 4 m Breite angelegt wird, bedeutet das einen Verlust von 15 % des Waldes. Es dürfte aber nicht bei Abständen von 25 m bleiben; andernorts legt man alle 20 m eine Rückegasse an. Dann steigt der Waldverlust auf 20 %. Zwangsläufig nimmt die Fähigkeit des Waldes, unser Klima einigermaßen aufrecht zu erhalten, um 15 oder 20 % ab. Wenn die Waldwege weiterhin mit den üblich gewordenen schweren Maschinen befahren werden, wird die für den Wald unentbehrliche Lebewelt unterhalb der Erdoberfläche zum großen Teil abgetötet, werden von fünf Randbäumen zwei so geschädigt, dass sie absterben, wird der Boden so verdichtet, dass das Regenwasser nicht mehr zum Grundwasser vordringen kann, sondern rasch abläuft. Das alles ist bekannt, auch den Forstbehörden, ihnen besonders gut. Das hindert sie nicht, in der bisherigen Weise weiterzumachen.

Die Auszeichnung ist fragwürdig. Was werden die Besucher des Schönbuchs beim Anblick der angerichteten Schäden empfinden und wie müssen Sie dann über die hohe Belobigung des Schönbuchs denken?

Ein Gedanke zu „Zur Auszeichnung des Schönbuchs-Waldgebiet des Jahres 2014

  1. Traurig! Und dann will man Mountainbikern verbieten über Trails zu Fahren da sie anscheinend den Waldboden ^^schädigen^^.
    Ich bin auf jeden fall für mehr natur in Deutschland! Tiere haben hier eh kaum mehr zusammenhengenden Wald oder Wiesen, überall Kreuzen Straßen!

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